Angewandte Diversity

Angewandte Diversity ist eine Methode ebenso wie eine Arbeitsform. Als Arbeitsform hat sie zum Beispiel die Gestalt unserer Arbeitspartnerschaft. Als Methode ist sie eine Kreisbewegung, bei der die Grundlagenforschung der Diversity einfliesst in unseren Arbeitsprozess, während die Erkenntnisse aus unserer Zusammenarbeit wiederum die Forschung weitertreiben.

Unsere Arbeitpartnerschaft ist präzise mit drei Begriffen beschrieben: absolute Präsenz, Entschleunigung und Transformation. Was bedeutet das?

Erstens, dass jeder fruchtbare Umgang mit der eigenen Andersartigkeit nur möglich ist, wenn man den Ist-Zustand erkennt und annimmt. Gelebte Diversity ist die radikale Akzeptanz des Ist. Nur in der Achtsamkeit gegenüber den eigenen Kompetenzen und den eigenen Grenzen lässt sich die zentrale Frage beantworten: Wie gehe ich am klügsten mit meinen Ressourcen um?

Es bedeutet zweitens, dass sich aus dem Zusammentreffen zweier Menschen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten ein anderes Tempo ergibt. Entschleunigung heisst: Die Dinge finden nach anderen Massgaben statt. Unsere Arbeit etwa folgt weniger dem Paradigma der Effizienz als vielmehr dem der Effektivität: „So gut wie möglich, so schnell als nötig“. Wir nehmen eine andere Perspektive ein und sehen so die Begrenzungen im System. Deshalb ist die Angewandte Diversity ein Laboratorium für innovative Ansätze.

Und, drittens: Wir gehen diesen anderen Weg. Die Transformation ist die Verschiebung des Möglichkeitshorizonts, die Erweiterung dessen, was wir als möglich denken – persönlich wie gesellschaftlich.

Angewandte Diversity ist die Abkehr vom Defizitdenken. Nicht: trotzdem. Sondern: gerade weil. Andersartigkeit ist eine Ressource. Und es ist klug, sie zu nutzen.